Geschäftsbericht : Jungheinrich im ersten Halbjahr mit gutem Umsatzwachstum

Der wertmäßige Auftragseingang verbesserte sich im Berichtszeitraum um 2 Prozent auf 2.461 Mio. Euro (Vorjahr: 2.419 Mio. Euro). Der Konzernumsatz stieg um 11 Prozent auf 2.202 Mio. Euro (Vorjahr: 1.988 Mio. Euro). Deutlich erhöhte Material- und Logistikkosten belasteten das operative Ergebnis, dennoch konnte Jungheinrich ein nur leicht unter dem Vorjahr liegendes EBIT von 162 Mio. Euro erzielen (Vorjahr: 169 Mio. Euro). Die Umsatzrendite EBIT-ROS lag mit 7,4 Prozent wie erwartet unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes (8,5 Prozent).

„Jungheinrich hat im ersten Halbjahr 2022 trotz herausfordernder Marktbedingungen ein robustes Ergebnis erwirtschaftet“, erklärt Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG. „Der Russland-Ukraine-Krieg und die tiefgreifenden Störungen der weltweiten Lieferketten mit massiven Steigerungen bei den Materialkosten haben ein hohes Maß an Unsicherheit im Markt verursacht, dennoch konnte Jungheinrich in diesem widrigen Umfeld seinen Auftragseingang steigern und ein gutes Umsatzwachstum erzielen. Wesentlicher Treiber für den höheren Konzernumsatz war das Neugeschäft mit sehr guten Zuwächsen insbesondere bei Automatiksystemen. Merklich zum Umsatzplus trugen auch unser Miet- und Gebrauchtgerätegeschäft sowie das Geschäftsfeld After Sales bei“, so Brzoska.

Jungheinrich
Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG - © Jungheinrich

Aufbau von Vorräten

Zur Sicherstellung seiner Lieferfähigkeit hat Jungheinrich im ersten Halbjahr bewusst den Aufbau von Vorräten forciert. Aufgrund des stark gestiegenen Working Capital ging die erstmals von Jungheinrich ausgewiesene neue Steuerungskennzahl Free Cashflow auf minus 270 Mio. Euro (Vorjahr: plus 84 Mio. Euro) zurück. Im Rahmen der Strategie 2025+ treibt Jungheinrich insbesondere die Weiterentwicklung von Energiespeichersystemen basierend auf der Lithium-Ionen-Technologie voran. Einen Schwerpunkt legt das Unternehmen dabei auf die Optimierung der Konstruktion neuer Flurförderzeuge, wie sie Jungheinrich bei seinen Lithium-Ionen-integrierten Fahrzeugen der POWERLiNE schon umgesetzt hat. Digitale Produkte, die Automatisierung von Flurförderzeugen sowie die Optimierung von automatisierten Systemen bilden weitere Entwicklungsschwerpunkte von Jungheinrich.

Ende Mai hat das Unternehmen auf der LogiMAT in Stuttgart innovative Mobile Robots Anwendungen sowie das Behälter-Kompaktlager PowerCube vorgestellt und damit neue Maßstäbe im Bereich automatisierter Lagersysteme gesetzt. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung hat Jungheinrich im ersten Halbjahr 2022 deutlich um 27 Prozent auf 61 Mio. Euro erhöht (Vorjahr: 48 Mio. Euro). Im Rahmen des gezielten Ausbaus seiner strategischen Handlungsfelder hat Jungheinrich im ersten Halbjahr 2022 seine Belegschaft weiter planmäßig erweitert. Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns stieg um 297 Vollzeitäquivalente bzw. 1,6 Prozent auf 19.400. An der Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2022 hält Jungheinrich trotz hoher kriegsbedingter wirtschaftlicher Unsicherheiten hinsichtlich der Auswirkungen auf die Lieferketten sowie auf die Energie-, Rohstoff- und Materialpreise fest.

Auch im Hinblick auf die Corona-Pandemie bestehen nach wie vor große Unsicherheiten bezüglich der weiteren Entwicklungen und der damit verbundenen Auswirkungen auf das Geschäft. Die Prognose basiert deshalb auf der Annahme, dass es bis zum Jahresende nicht zu weitreichenden Produktionsstillständen kommt und Lieferketten weitgehend intakt bleiben. Seine Maßnahmen zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit setzt Jungheinrich mit hoher Priorität fort.