Umfassend

HMS Industrial Networks zur Übernahme von IXXAT

Der Umsatzanteil D-A-CH der HMS Firmengruppe betrug im vergangenen Geschäftsjahr ca. 25%. Der deutschsprachige Markt ist dem Unternehmen zufolge der umsatzstärkste Markt für HMS. Wir wollten von Dipl.-Ing. Michael Volz, Geschäftsführer HMS Industrial Networks wissen, welche Rolle dabei der österreichische Markt spielt und welche Auswirkungen nun die Übernahme von IXXAT auf die Gesamtsituation auf dem Markt hat.

Herr Volz. Wie wichtig ist für HMS der österreichische Markt?

Dipl.-Ing. Michael Volz, Geschäftsführer HMS Industrial Networks GmbH: Wir betreuen von unserem Standort in Deutschland aus den gesamten deutschsprachigen Raum. Von daher ist auch der österreichische Markt sehr wichtig für uns. Zumal einige große Marktakteure aus Österreich stammen. Auch viele der international aufgestellten Maschinenbauer sind in Österreich ansässig. All das macht den österreichischen Markt für uns sehr interessant.

Nicht zu vergessen, dass mit B&R auch einer der Technologieführer im Bereich Industrial Ethernet aus Österreich stammt. Wir beobachten die Entwicklung von Powerlink – hinter dem B&R steht – mit großem Interesse und sind uns sicher, dass dieses Netzwerk zukünftig seine Marktanteile noch weiter ausbauen kann.

Historisch betrachtet ist die Wiege des Maschinenbaus im deutschsprachigen Raum – Deutschland, Österreich, Schweiz – anzusiedeln. Dadurch hat man sich in diesen Ländern schon sehr früh mit Fabrikautomation und Automatisierungstechnik beschäftigt. Für HMS ist dieser Markt immer noch einer der wichtigsten weltweit.

Mit Routeco hat HMS im Jahr 2011 bekanntlicherweise einen Distributor für Österreich gefunden.

Volz: Ja, unser Ziel war es, durch einen Partner vor Ort unsere Präsenz in Österreich auszubauen und das Vertriebsnetz dort zu erweitern. Routeco hat uns durch hohe Fachkompetenz, eine umfassende Vertriebsstruktur in Österreich sowie die Fokussierung auf Industrie- und Prozessautomatisierung überzeugt und vertreibt unsere Anybus-Gateways, Wireless-Produkte und Netbiter-Fernwartungslösungen.

Unsere embedded Produkte – also einbaufertige Kommunikationsschnittstellen in verschiedensten Auführungen – vertreiben wir direkt über die HMS GmbH. Unsere Kollegen aus dem Bereich »Technical Services« unterstützen unsere Embedded-Kunden mit Entwicklerseminaren, FAE-Dienstleistungen (FAE = Field Application Engineer) und stellen auch umfangreiches Testequipment zur Verfügung, was zum Beispiel im Hinblick auf die Gerätezertifizierung sehr gern angenommen wird. Mit diesem Dienstleistungspaket können wir unsere Kunden am besten bei der Implementierung einer Anybus-Kommunikationsschnittstelle unterstützen.

Was verspricht sich HMS nun von der Übernahme von IXXAT?

Volz: IXXATs starke Marktposition wird den Kundenstamm der HMS-Gruppe vergrößern und ermöglicht außerdem das Cross-Selling der bestehenden Produktlinien. IXXAT hat eine führende Stellung im Markt für CAN-basierte Kommunikationslösungen. Gemeinsam mit dem IXXAT-Team in Weingarten können wir unser Angebot für standardisierte Kommunikationsprodukte weiter ausbauen und auch die Dienstleistungen unseres Solution Centers für kundenspezifische Kommunikationslösungen erweitern.

IXXAT hat mit Lösungen für OpenSafety, CIP-Safety und Functional Safety over EtherCAT (FSoE) die Technologieführerschaft für das noch relativ junge Thema »funktionale Sicherheit« im Automatisierungsumfeld. In Kombination mit dem neuen Anybus-Safety-Konzept von HMS für PROFIsafe hat die HMS-Gruppe damit das umfassendste Lösungsportfolio für funktionale Sicherheit.

Mit 50 neuen Entwicklungsingenieuren baut HMS seine Entwicklungsressourcen nicht nur zahlenmäßig aus, sondern profitiert außerdem von der Erfahrung der neuen Kollegen. Durch die Übernahme kann HMS seine Produkte auch in neuen Segmenten wie z. B. im Bereich der medizinischen Geräte und der Automobilindustrie vermarkten.

Kunden profitieren nun vom umfassendsten und wettbewerbsfähigsten Portfolio an Kommunikationstechnologien.

Volz: IXXAT wurde durch die Übernahme ein Unternehmen der HMS-Gruppe und ist wie die HMS Industrial Networks GmbH in Deutschland eine 100%-ige Tochter der HMS Industrial Networks AB, unserem Stammhaus in Schweden.

Neben Anybus und Netbiter wird IXXAT eine dritte Marke unter dem Dach von HMS sein. Das heißt die Marke IXXAT bleibt erhalten. Auch die IXXAT Automation GmbH in Weingarten bleibt mit dem bekannten Managementteam bestehen.

Kurzfristig wird es darum gehen, eine gemeinsame Vertriebsstrategie zu entwickeln, um die angestrebten Synergien möglichst schnell zu realisieren. Auch in den Bereichen Logistik und Fertigung sehen wir Potenzial für Synergieeffekte. Langfristig streben wir eine gemeinsame Technologie-Roadmap an.

Welche Vorteile haben Kunden von der IXXAT-Übernahme?

Volz: Die Kunden profitieren von einem größeren Produkt- und Technologiespektrum. Während IXXAT als einer der führenden Hersteller von Kommunikationstechnologie für CAN-basierte Systeme sowie für EtherCAT, Powerlink und FlexRay bekannt ist, ist HMS in den Märkten für Profibus/Profinet und DeviceNet/EtherNet/IP führend. Zusammen haben die beiden Unternehmen das umfassendste und wettbewerbsfähigste Portfolio an Kommunikationstechnologien für die Automatisierungsmärkte.

Herr Volz, vielen Dank für das Gespräch!

www.anybus.de