Chefredakteur von AUTlook & process pur. Äußert hier 1 Meinung, immer wenn er eine hat.

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In jedem Glas Bier liegt die Erfahrung unzähliger Generationen

Effizienzsteigerung in der Massenproduktion, kleine Craft-Beer-Chargen und individuell abgefüllte Flaschen: Wie die Getränkeindustrie diesen Spagat zu leisten versucht.

Dieser schöne Aphorismus über die Erfahrung unzähliger Generationen in jedem Glas Bier wird dem großen Erich Kästner zugeschrieben. Wenn er es tatsächlich gesagt hat, hatte er freilich recht. Wie man aus Getreide, Hopfen und allen möglichen sonstigen Zutaten ein mehr oder weniger nahrhaftes und berauschendes Getränk zubereitet, das weiß die Menschheit seit Jahrtausenden. Obwohl sich jede Generation damit beschäftigt und sich stets auf uralte Traditionen beruft, entwickelt jede einzelne das Bierbrauen weiter. Neue Technologien, verbesserte Rezepturen, optimierte Haltbarkeit und das Eingehen auf sich von Generation zu Generation ändernde Geschmacksvorlieben – all das fließt in die Kunst des Bierbrauens ein.

Am Thema Bier lässt sich auch sehr schön zeigen, welche gegenläufigen Trends derzeit die gesamte industrielle Produktion auf Trab halten. Da ist zum einen die Optimierung der Serienproduktion. Wie man immer größere Chargen Bier immer schneller, bei gleichbleibender Qualität und reduziertem Ausschuss abfüllt, das ist die eine Seite des Bierdeckels. Die andere ist der Trend zum Craft-Beer, zu kleinen, speziellen Serien für jede noch so individuelle Geschmacksnische – bis hin zur persönlich abgefüllten, verzierten und beschrifteten Flasche, bei der sich der einzelne Kunde sogar die Farbe des Kronkorkens aussuchen darf.

In diesem Spannungsfeld zwischen auf Effizienz getrimmtem Massenmarkt und individualisierter Losgröße 1 bewegen sich freilich nicht nur die Bierbrauer. Die gesamte Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist gefordert, Produktinnovation und Qualitätssicherung, Effizienz und Kreativität, Massengeschmäcker und Nischenmärkte mit ein und derselben Anlage zu bedienen.

White Paper zum Thema

In der aktuellen Ausgabe von process pur, dem Magazin für Prozessautomatisierung und -instrumentierung, finden  sie im Schwerpunkt zur Lebensmittel- und Getränkeproduktion Beispiele dafür, was die Getränkeanlagen-Anbieter und Prozessautomatisierer zu Großserien, Einzelabfüllung und dem Internet of Things als gemeinsame Klammer im Köcher haben.

Aber der Mensch lebt nicht nur vom Essen und Trinken alleine: Wussten Sie beispielsweise, dass ab 9. Februar 2019 jede einzelne in Europa verschriebene Medikamentenpackung mit einem individuellen Code versehen werden muss? Bei uns lesen Sie, welche Herausforderung die Individualisierung von 10 Mrd. Schachteln jährlich für die Pharmaindustrie darstellt, wie die Vorgabe der EU-Kommission gelöst wird und welche Chancen darin für unser Gesundheitssystem liegen. Den Abschluss dieses Heftes macht eine Vorschau auf die Renexpo Interhydro. Die Zukunft der Wasserkraft steht gerade vor einem Scheideweg – da wird diese Fachmesse heuer eine besonders spannende Diskussionsplattform für die Branche.