Preisgekrönge Visualisierung

Ein Maschinenbauer hörte auf seine Kunden - und senkte den Engineeringaufwand um 20 Prozent

Die neue Visualisierungslösung, die der niederbayrische Maschinenbauer Flottweg mit Siemens-Tools und einem externen Industriedesigner realisierte, setzt auf standardisierte Bausteine, intuitive Bedienung und stimmige Farbstruktur. Das brachte im Vorjahr den German Design Award - und Erleichterung für die Kunden.

Flottweg SE gehört zu den führenden Herstellern von Dekantern, Separatoren und Bandpressen. Um die Bedienung der Anlagen und Maschinen möglichst benutzerfreundlich zu gestalten, ging das Unternehmen aus dem niederbayrischen Vilsbiburg einen für einen Anlagenbauer ungewöhnlichen Weg: Flottweg entwickelte in Zusammenarbeit mit externen Designexperten und basierend auf Anwender-Rückmeldungen ein neues Interface samt Visualisierung, das praktisch auf jeder Anlage funktioniert.

Standardisierte Bausteine

Umgesetzt wurde die neue, einfach zu projektierende und zu pflegende Lösung mit der Visualisierungs-Software Simatic WinCC Professional von Siemens. Unter anderem wurde der Fokus auf den Einsatz standardisierter Bausteine gelegt, was bei der Projektierung bis zu 20 Prozent Engineeringaufwand einspart. Die Flottweg-Kunden profitieren nun von einer Oberfläche, die klar strukturiert und übersichtlich ist und damit eine einfachere Interaktion mit der Maschine oder Anlage ermöglicht. Das spart Zeit und reduziert die Fehlerwahrscheinlichkeit bei der Bedienung.

Das neue Interface, das Flottweg zusammen mit dem Designbüro N+P Industrial Design GmbH aus München
entwickelt hat, folgt klaren, neuen Vorgaben. Der Fokus liegt auf einer übersichtlichen Benutzeroberfläche,
stimmigem Farbdesign und einer intuitiven Bedienstruktur, die dennoch alle Informationen bereitstellt.

White Paper zum Thema

"Ausgangspunkt war eine Visualisierung, die sozusagen von Anwendern für Anwender entwickelt wurde – richtig, funktional vollständig, aber eben nicht ausreichend klar und intuitiv. Wir wollten unseren Kunden hier mehr bieten, und daher haben wir uns für eine Zusammenarbeit mit N+P entschieden", erklärt Bernhard Niedermeier, Entwicklungsingenieur in der Automatisierungstechnik bei Flottweg, den ungewöhnlichen Schritt. Das Design fußt auf einem angepassten Verfahrensfließbild, in dem durch Symbole und Farben der aktuelle Anlagenstatus schnell und in wählbarer Tiefe ersichtlich ist.

Komplettlösung für den Kunden

Realisiert wurde die Lösung im Siemens-Engineeringframework TIA (Totally Integrated Automation) Portal sowie mit einem Simatic IPC (Industrial PC) und der Visualisierungssoftware Simatic WinCC Professional samt Simatic HMI (Human Machine Interface) Basic Panels für die Bedienung. Damit zieht sich bei Flottweg nun eine einheitliche, durchgängige Optik durch die gesamte Automatisierung. 

"Unser Unternehmensmotto ist 'engineered for your success', und dazu gehört, dass wir unseren Kunden nicht nur eine Maschine liefern, sondern eine Lösung für Ihre Aufgabe. Unsere Produkte sind ja Teil eines Prozesses, müssen sich da integrieren und mit anderen Systemen zusammenarbeiten – und diesen Gedanken spiegelt auch die Visualisierungslösung wider", so Gerhard Hager, Entwicklungsingenieur in der Automatisierungstechnik bei Flottweg.

Alle Anlagen und Maschinen von Flottweg verfügen jetzt über ein identisches, standardisiertes Look-and-
Feel. "Wenn ich einen Flottweg-Dekanter bedienen kann, kann ich eine unserer Bandpressen bedienen, die Funktionen sind immer gleich", so Niedermeier über die Vorteile für die Kunden.

Prämiertes Design

Das neue Design überzeugt mit dieser Benutzerfreundlichkeit nicht nur die Kunden, sondern auch die Jury des German Design Awards. Flottweg wurde im Vorjahr für seine Lösung in der Kategorie Mensch-Maschine Schnittstelle "Interactive User Experience" für die innovative Benutzeroberfläche, das revolutionäre Farbdesign und die intuitive Bedienstruktur ausgezeichnet.