BEREPLAN bringt neue Tools und forciert aktuelle Trends

EPLAN wartet mit einigen Neuheiten auf. Zur Hannover Messe wurden die neuen Tools namens Cogineer und Syngineer vorgestellt und im Sommer erfolgte der Release der neuen EPLAN-Version 2.7. Darüber hinaus belebt EPLAN auch sein Cloud-Geschäft und greift auch bei anderen Themen aktuelle Branchentrends auf. All das ist dem schon immer vorausschauenden Aufbau von EPLAN zu verdanken, wie uns Martin Berger, Geschäftsführer von EPLAN Österreich, im Gespräch erklärte.

Auf der Hannover Messe wurde Cogineer erstmals präsentiert. Herr Berger, können Sie die Funktion dieses Tools kurz erklären?

Martin Berger, Geschäftsführer EPLAN Österreich: Im Prinzip ist es so, dass in der heutigen Zeit Software in einem gewissen Ausmaß genutzt wird. Wenn man beispielsweise unser EPLAN Electric P8 hernimmt, gibt es Kunden, die dieses Programm zwischen 20 und 60% nutzen – sprich: der eine mehr, der andere weniger. In den EPLAN-Lösungen gibt es gewisse Grundfunktionalitäten, wie beispielsweise eine Makrotechnologie, die Konstrukteure dabei unterstützt, Schaltpläne schneller, effizienter und fehlerfreier zu erstellen. Manche Kunden nutzen diese Funktion, andere wiederum nicht. Jene, die diese Funktion nutzen, können wesentlich effizienter arbeiten. Diese Makros kann man auch logisch gestalten und Tabellen hinterlegen, wie beispielsweise elektrotechnische Normtabellen. Daraufhin passt dann das Programm die Zusammenhänge automatisch an. Wenn man das vernünftig nutzt, erleichtert eine Vielzahl an Makros die Planungsarbeit erheblich.

Darauf setzt nun Cogineer auf. Mit diesem neuen Tool kann man die bestehenden Makros strukturieren und die Sammlung an Makros noch logischer gestalten.

Das kann man für Teile von Projekten oder aber auch für ein gesamtes Projekt umsetzen. Theoretisch kann man ein gesamtes Projekt auf Knopfdruck erzeugen.

Mit Cogineer ist es möglich, sehr viele Stromlaufplanseiten und die dazugehörigen Auswertungen mit nur einem Knopfdruck und sehr wenigen Eingaben von Parametern sofort zu erzeugen – schneller und noch fehlerfreier. Dadurch ergeben sich ganz klare Wettbewerbsvorteile.

Der große Vorteil ist, dass wir auf unsere bestehenden Makros und unsere bestehende Datenbanken wie Data Portal aufsetzen. Cogineer ist ein Plugin und sitzt voll auf der EPLAN Plattform.

Aber auch für jene, die noch keine speziellen Makrofunktionen nutzen, haben wir eine tolle neue Funktion: Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit, aus jedem Projekt sofort – mithilfe einer speziellen Funktion – Makros zu erzeugen, um so die Vorteile von cogineer ohne viel Vorbereitungsaufwand nutzen zu können.

Wie sieht das konkret aus?

Berger: Anstatt sich für ähnliche neue Maschinen alte Projekte zu kopieren und alle Fehler mitzukopieren und vielleicht auch noch sehr viel Änderungsaufwand betreiben zu müssen, strukturiert man sich im Vorfeld die Maschine in Cogineer und holt sich nur jene Teile, die man für die Ausprägung der Maschine benötigt. Kundenspezifische Anforderungen können damit sehr einfach realisiert werden. Es wird alles innerhalb unserer EPLAN-Plattform umgesetzt. Man kann alle Vorteile der EPLAN Plattform nutzen, ob das nun EPLAN Fluid mit Hydraulik- und Pneumatikplanung ist oder unser Schaltschrankaufbau EPLAN Pro Panel. Bekommt man trotzdem einmal externe Daten, kann man diese ohne Weiteres einspielen und mit der Cogineer-Funktionalität verknüpfen.

Für EPLAN-Nutzer ist Cogineer nahezu selbsterklärend. Um von Anfang an gleich richtig und optimal damit zu arbeiten, ist allerdings eine Kurzeinweisung oder eine Tagbegleitung durch uns empfehlenswert. Eine Vorkonfiguration, wie zuvor erwähnt, kann aber auch von technischen Assistenten durchgeführt werden, die aufgrund von Datenblättern und Besprechungen im Vorfeld erste Daten eingeben.

Klingt sehr modular. Auch im Maschinenbau ist Modularität ja sehr populär.

Berger: Genau, daher kommt auch die Anforderung. Oft werden alte Projekte kopiert und daraus neue gemacht. Die Gefahr dabei ist, dass es selten 1:1 das gleiche ist – außer es handelt sich um eine klassische Serienfertigung. Aber wenn heute ein individueller Anteil in den Projekten vorhanden ist, egal wie hoch dieser Anteil ist, ob er 20 oder 70% ist, kann man sich mit Cogineer eine gewisse Grundstruktur schaffen und vermeidet so Änderungen am Vorprojekt.

Wenn Kunden gewisse Teile in ihren Projekten immer gleich haben, dann sind sie auch bereit, sich eine gewisse Struktur anzulegen. Davon profitieren diese Kunden dann auch.

Wir merken, dass Cogineer sehr gut bei unseren Kunden ankommt.

Die EPLAN Plattformtechnologie gibt es ja bereits sehr lange. Wie ist diese aufgebaut?

Berger: EPLAN Electric P8 als Tool für die Elektroschaltplanerstellung plus Montageaufbauten, EPLAN Fluid für die Hydraulik und Pneumatik, Pro Panel für die Montagethematik in 3D aber auch um Daten für die Fertigung zu generieren, EPLAN Harness und EPLAN Preplanning – all diese Tools haben ein und dieselbe Oberfläche und sind auch von der Bedienung her gleich. Alle Tools setzen auf dieselben Stammdaten auf – ob Artikeldaten, Normblätter oder Makros – bis hin zu Fremdsprachenübersetzung und Austausch mit Fremdsystemen wie API, dxf, dwg usw.

Die Plattform beinhaltet die Kernfunktionalitäten aller Produkte und die speziellen Funktionalitäten der einzelnen Produkte werden einfach dazu installiert.

Hintergrund für die Plattformtechnologie ist, dass man Unternehmen die Möglichkeit bietet – egal welche Abteilung, ob die Fluidabteilung, die Elektroabteilung, der Montageaufbau oder die Fertigung – dass alle mit denselben Daten arbeiten und Daten nicht exportiert und wieder importiert werden müssen.

Wie hat sich Software auf der Planungsseite in den letzten Jahren entwickelt?

Berger: Durch neue IT-Technologien sind auch neue Anforderungen gekommen – Thema Digitalisierung oder Industrie 4.0. Das hat EPLAN schon immer gehabt. Vor 20 Jahren wurde einfach drauf los geplant – auf Papier oder mit einem einfachen CAD-System wurden da Schaltpläne erstellt. Damals haben wir aber auch Schaltpläne in Excel oder WinWord gesehen.

Aufgrund dessen, dass immer mehr Normen entstanden sind, die Globalisierung vorangeschritten ist und die Systeme immer intuitiver und bedienerfreundlicher wurden, hat sich der Stellenwert der Software drastisch verändert. Das Bewusstsein für eine Software ist heute ein ganz anderes als es noch vor 15–20 Jahren war. Software ist heute wichtig und darf auch Geld kosten. Ohne Software würde heute nichts laufen.

Das hat auch damit zu tun, dass verwandte Technologien wie SPS-Steuerungen, Maschinensteuerungen, kaufmännische Lösungen oder PLM-Lösungen alle softwarebasierend sind.

Daten sind momentan das Gold – Datenerzeugung und eine optimale Datenverarbeitung. Damit hat Software einen wesentlich höheren Stellenwert und mehr Wichtigkeit erlangt.

Wohin geht’s bei EPLAN?

Berger: Bei EPLAN gibt es nun schon seit längerem eine Cloud-Lösung – Data Portal. Diese wurde in diesem Jahr auf neue Beine gestellt. Bisher hatten wir diesen Cloud-Dienst auf eigenen Servern angeboten und unseren Kunden dezentral zur Verfügung gestellt. Jetzt nutzen wir die Azure-Cloud von Microsoft damit wir auch der weltweiten Anforderung gerecht werden. Cloud-Systeme sind heute anerkannt – man holt sich die benötigten Daten aus der Cloud – relevante Daten bleiben allerdings im Unternehmen. Software oder Komponenteninformationen aus dem Data Portal beispielsweise liegen zentral auf einem Server – dürfen auch zentral liegen, da es dabei ja keine strenge Geheimhaltung gibt. Aber wenn man diese Informationen mit den unternehmenseigenen Informationen anreichert, kann man diese sehr wohl lokal sichern.

Welche Trends sind aktuell auf der Planungsseite der Software zu erkennen?

Berger: So wie es der Trend in der CAD-Technologie ist, bieten wir auch Mietmodelle parallel zu den Kaufmodellen unserer Lösungen an.

Das hat einerseits damit zu tun, dass Kunden besser mit der Spitzenabdeckung variieren können und andererseits auch damit, dass es vielleicht von der Investition in eine andere Kostenstellenstruktur einfließt und dadurch für Unternehmen schneller abzuschreiben und einfacher zu handeln ist. Dieser Trend hat sich bei EPLAN sehr gut entwickelt.

Eine Software für das durchgängige Engineering – nicht nur zur Elektroplanung sondern bis in die Fertigung und bis hin zu kaufmännischen Systemen – wird immer mehr zum Standard in der Industrie.

EPLAN hat über Digitalisierung schon gesprochen, da war der Begriff noch gar nicht bekannt, aber unsere Kunden haben das von uns gefordert.

Wenn auf diesem Sektor neue Trends entstehen, werden wir diesen sicherlich auch Rechnung tragen.

Was wir sicher nicht machen werden, ist, dass wir uns nur noch auf Cloud-Lösungen spezialisieren. Wir bieten immer alle Modelle an und erkennen am Markt, was wir forcieren müssen.

Was hat das Thema Industrie 4.0 bei EPLAN verändert?

Berger: Das Thema Industrie 4.0 hat bewirkt, dass unsere Bestrebungen zum durchgängigen Engineering auf unserer EPLAN-Plattform und die Kommunikation zu dezentralen Systemen einen extremen Schwung bekommen haben. Dadurch haben unsere Kunden erkannt, dass unsere Lösungen immer auf dem richtigen Weg waren.

Beispielsweise Pro Panel hat von der Thematik Digitalisierung und Industrie 4.0 voll profitiert. Weil Kunden erkannt haben, dass sie Daten aus dem Stromlaufplan in der Fertigung weiter verwenden können.

Oder Stücklisten an ein ERP-System weitergeben und von dort Artikeldaten bidirektional austauschen – für uns ein absolutes Muss. Aber die Realität zeigt, dass nach wie vor teilweise mit handschriftlichen Listen gearbeitet wird. Mit Industrie 4.0 wurde das Bewusstsein unserer Kunden aber auch Interessenten dahingehend geschärft.

Durch unsere Plattformtechnologie und den damit verbundenen Möglichkeiten konnten wir sehr viele Ablöseprojekte gewinnen – weil wir etwas bieten, das andere noch nicht können.

Es gibt ja noch mehr Neuheiten bei EPLAN.

Berger: Ja, in der neuen EPLAN Version 2.7 gehen wir noch stärker in Richtung AutomationML. Beispielsweise haben wir über AutomationML das TIA-Portal von Siemens und die neue Mitsubishi SPS angebunden.

Syngineer ist ein Kooperationsprodukt mit unserer Schwesterfirma Cideon. Gemeinsam haben wir das House of Mechatronics gegründet, im Zuge dessen immer mehr mechatronische Produkte und Dienstleistungen entstehen, die EPLAN und Cideon gemeinsam abwickeln.

Syngineer ist synchronisiertes Engineering. Wenn beispielsweise ein Maschinenbauer beginnt, eine Maschine zu planen, müssen der Elektrotechniker bzw. Automatisierungstechniker oder Hydrauliker warten, bis jeder vor ihnen in der Reihe fertig ist.

Wenn sich dann im Engineering bei einem Gewerk etwas ändert, merken die anderen nichts davon. Da gibt es oft riesige Probleme innerhalb von Unternehmen, dass sie diese Informationen weitergeben. Mit dem Plugin Syngineer, das man in die gängigsten CAD-Systeme installieren kann, bekommt man eine Information mit Ampelfunktion. So weiß jeder, wie weit eine Änderung bei allen anderen Gewerken umgesetzt wurde.

Zusammengefasst heißt das ...

Berger: Wir sind mit unserer EPLAN Plattformtechnologie in jeder Abteilung vertreten, die mit Engineering zu tun hat. Wir können mit der Außenwelt und dem Workflow in einem Unternehmen kommunizieren und wir können den Engineering-Prozess mit Cogineer strukturierter, schneller und kosteneffizienter gestalten. Und mit Syngineer können wir den Engineering-Prozess soweit synchronisieren, dass die Fehleranzahl minimiert wird – damit Projekte noch schneller und sauberer umgesetzt werden können. Unsere Cloud-Lösungen runden unser Gesamtangebot optimal ab.

Herr Berger, vielen Dank für das Gespräch!

www.eplan.at