Weidmueller 2359Connected 4 Productivity

Heuer tut sich einiges bei der SMART Automation in Linz – gerade was Aussteller und Standplätze betrifft. Insider wissen: wer einmal einen Standplatz bei der Automatisierungsmesse No. 1 in Linz aufgibt, bekommt diesen nicht so schnell wieder. So gesehen, ein mutiger Schritt den Weidmüller mit Connected 4 Productivity Mitte Mai, auf die Empore geht. Aber Initiator, Weidmüller-GF Josef Kranawetter glaubt an das Konzept das gemeinsam mit Eplan, Rittal, Sonepar, Thonauer und Festo umgesetzt werden wird. Wir sprachen mit ihm über Details dieses Gemeinschaftsprojekts.

Herr Kranawetter, wie kam es zu dem Projekt Connected 4 Productivity?

Josef Kranawetter, Geschäftsführer Weidmüller Österreich: Die SMART Automation in Linz ist die Automatisierungsmesse in Österreich schlechthin – keine Frage. Aber auch eine gut funktionierende Messe braucht etwas mehr als ein dicht gedrängtes Ausstellerprogramm. Ich denke da an aktuelle Themen und Schwerpunkte die für Besucher interessant sind und neben den Produkten und Lösungen der Aussteller zusätzliche Mehrwerte bieten.

Obwohl wir als Weidmüller bei der SMART Automation in Linz einen hervorragenden Standplatz hatten, der sehr gut frequentiert war, haben wir die Erfahrung gemacht, dass Produkte alleine und Catering mittlerweile zu wenig sind, um die Besucherfrequenz zu erhöhen. Und dann gab es immer schon die Diskussion um die Empore und deren Besucherfrequenz. Daraus entstand dann die Idee, die Themen Daten, Industrie 4.0 und die Nutzung von Daten gemeinsam auf das Parkett zu bringen – also auf die Empore.

Weidmüller gab also den Stand im Erdgeschoß auf und ist mit seinem Stand auf die Empore gezogen.

Kranawetter: Wir glauben an das Konzept und haben deshalb unseren Stand auf die Empore verlegt. Reed Exhibitions selbst war von dem Konzept angetan und ist natürlich auch daran interessiert, die Ausstellungsflächen interessant zu gestalten und mit neuen Themen Besucher zu begeistern.

SMART-Verantwortlicher Alexander Eigner und Geschäftsführer Benedikt Binder-Krieglstein spielten dabei insofern eine wichtige Rolle, dass sie sich für derartige Neuheiten generell offen zeigen und das auch unterstützen, die Empore entsprechend mit Ressourcen ausstatten und bei der Organisation helfen. Das hat sehr gut gepasst.

Wie fanden die teilnehmenden Unternehmen zusammen?

Kranawetter: Weil Weidmüller und Eplan im Vorjahr das Thema Dataportal sehr stark promotet haben, und vor allem Weidmüller im Eplan Dataportal mit rund 20.000 Artikel sehr stark vertreten ist, habe ich mich mit Martin Berger von Eplan zusammengesprochen, der sofort dabei war.

Im Anschluss stellte sich noch die Frage, was für eine umfassende Präsentation der angeführten Themen noch gebraucht werden würde. Da kam dann Werner Renner von Thonauer ins Spiel, den ich von früher noch kannte und der ebenfalls bereits mit Weidmüller Daten gearbeitet hatte.

Dann gab es ein Gespräch über den Aufbau dieses Netzwerkes, über Daten im Engineering, Daten in der Vorkenfektionierung, Daten in Konfiguratoren bis hin zu Daten im Schaltschrankbau – und damit stand das Thema für einen gemeinsamen Auftritt bei der SMART in Linz. Mit Sonepar haben wir auch noch einen Partner für Logistik-Service mit eingebunden und Rittal als Schaltschrank-Lieferanten konnten wir ebenfalls dafür gewinnen. Weil mir aber darüber hinaus noch besonders wichtig ist, dass man nicht nur das Thema Elektrotechnik, sondern mehrere Komponenten im Schaltanlagenbau bzw. Anlagenbau betrachtet, haben wir auch noch die Pneumatik dazu genommen. Deshalb ist auch Festo auf dem Weidmüller-Stand mit von der Partie.

Was bekommen Besucher nun am Gemeinschaftsstand Connected 4 Productivity zu sehen?

Kranawetter: Auf den Punkt gebracht: Wir kommen vom Engineering, von den Konfiguratoren über Eplan, machen die Vorkenfektion auf der Komax-Maschine von Thonauer und bringen das gesamte Produktpaket mit den jeweiligen Informationen zum Assemblieren in den Schaltanlagenbau wo das ganze auch umgesetzt und der Datenfluss dargestellt wird. Am Weidmüller-Stand präsentieren wir dann das Assemblieren von Schaltschränken. Mit einem System von Rittal zeigen wir, wie die Weidmüller- und Festo-Komponenten final an den Verarbeitungsplatz gebracht werden.

Bei all dem Engagement – welchen Stellenwert haben Daten in der Produktion für Sie?

Kranawetter: Daten sind nur dann wichtig, wenn man auch eine Wertschöpfung daraus generieren kann. Im gesamten Workflow haben wir die Daten im System immer mit dabei und damit quasi auch die Dokumentation womit wir dem Kunden das nachträgliche Erstellen von Dokumentationen ersparen. Das ist einmal ein wesentlicher Gewinn aus den Daten heraus. Aber warum machen wir das?

Es muss für den Schaltanlagenbau mehr geben, als sich nur über den Faktor Arbeitszeit und Lohnarbeit zu definieren. Es braucht mehr Wertschöpfung und am Ende muss ein Produkt abgeliefert werden, das qualitativ hochwertig, funktionsfähig ist und vollständig aber auch richtig dokumentiert ist.

Darum geht’s bei Connected 4 Productivity auf der SMART Automation in Linz.

Wenn man den österreichischen Schaltanlagenbau mit dem internationalen Schaltanlagenbau vergleicht, sind viele Dinge sehr leicht austauschbar. Wir haben ein sehr hohes Bildungsniveau in Europa und vor allem auch in Österreich, und wir müssen mit dem was unsere Mitarbeiter können mehr herausholen, als nur verdrahten und aufbauen. Und genau das wollen wir mit Connected 4 Productivity unterstützen.

Was ist der Hintergrund des Konzepts?

Kranawetter: Bei Connected 4 Productivity können Besucher konkret nachfragen, wo sich gerade welche Daten »befinden«, wie wir es umgesetzt haben, wie die Schnittstellen aussehen und wie sie es in ihren eigenen Unternehmen realisieren können.

Es gibt nach wie vor genug Unternehmen, in denen gewisse Daten per Hand und Zettel dokumentiert und anschließend in digitale Lösungen übertragen werden. Solche Daten können aber auch automatisch übernommen werden und zur Weiterverarbeitung an den richtigen Stellen bereit gestellt werden. Damit spart man nicht nur Zeit, sondern produziert am Ende auch weniger bzw. gar keine Fehler und hat die Daten sofort dort wo man sie auch braucht.

Heute ist es in Unternehmen oft häufig notwendig, sich mit dem Organisieren von Material und Informationen zu beschäftigen. Durch Lösungen wie wir sie bei der SMART Automation in Linz vorstellen wird dieses Thema wesentlich reduziert und Unternehmen können sich verstärkt auf ihre Kernkompetenzen, das Herstellen von Produkten, konzentrieren. Mit Connected 4 Productivity schaffen wir es, die unnützen Dinge in der Produktion zu reduzieren.

Wird es Connected 4 Productivity nächstes Jahr auch in Wien geben?

Kranawetter: Ich hoffe sehr. Denn bei der SMART in Wien ist auch der Maschinenbau als unmittelbarer Nutznießer direkt vor Ort und auch das Thema IT, das 2018 ebenfalls verstärkt vertreten sein wird. Deshalb wäre es optimal, dieses Konzept auch bei der SMART in Wien weiterzuführen.

Connected 4 Productivity zusammengefasst.

Kranawetter: Man kann sich heute zwar immer und überall über alles informieren, aber gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass man aufeinander zugeht und schaut, was andere können das zu einem dazu passt – gemeinsam den Kunden in den Vordergrund stellt.

Wir haben unsere Märkte hier in Österreich und da sind alle Anbieter gefordert, einen optimalen Kundennutzen zu generieren. Es ist nicht Aufgabe des Kunden, immer zu suchen wer funktioniert mit wem und damit die Schnittstellenprobleme der Hersteller zu lösen. Das müssen schon auch die Hersteller mehr und mehr anbieten und das möchten wir mit Connected 4 Productivity unter Beweis stellen, dass das, so wie wir das gemeinsam mit Eplan, Thonauer, Rittal, Sonepar und Festo umsetzen, auch funktioniert. Wir vernetzen uns um eine bessere Produktivität für unserer Kunden zu ermöglichen.

Herr Kranawetter, vielen Dank für das Gespräch!

www.weidmueller.at

www.eplan.at

www.rittal.at

www.sonepar.at

www.thonauer.com

www.festo.at