IMG 2997Begleitend zur Smart Automation in Linz: Conference on Automation and Robotics

Das Highlight der österreichischen Automatisierungsbranche, die SMART Automation Austria, wird heuer erstmalig von einer hochkarätig besetzten Parallelveranstaltung flankiert – der C-AR 2017 – Conference on Automation and Robotics. Im Zuge dieser Konferenz wird es auch ein Beratungszentrum für Fachbesucher geben, »Experts for Visitors« genannt, wo internationale Experten für Fragen zu aktuellen Forschungs- und Entwicklungsthemen aus der Automatisierungstechnik, den Arbeitswissenschaften, der Produktionsplanung sowie der Robotik zur Verfügung stehen werden. Initiator und Mit-Organisator dieser Experten-Konferenz ist FH-Prof. Dipl.-Ing. Viktorio Malisa, seines Zeichens Gründer und Geschäftsführer der Centauro GmbH, einem Jungunternehmen, das Dienstleistungen in Form von Schulungen, Seminaren und Simulationsstudien für Industriebetriebe im Bereich der Automatisierungstechnik anbietet.

Herr Malisa, wie ist die Idee zu dieser Konferenz entstanden?

FH-Prof. Dipl.-Ing. Viktorio Malisa: Das Konzept einer begleitenden Konferenz zu einer Fachmesse ist nicht neu, es gab beispielsweise etwas Ähnliches bereits zu Zeiten der Viennatec/InterTool im Bereich der Produktionstechnik. In Deutschland ist es durchaus üblich, dass zu jeder Fachmesse auch eine entsprechende Konferenz stattfindet, was die Möglichkeit bietet, dass Forscher und Entwickler mit Vertretern aus der Industrie zusammentreffen und sich miteinander austauschen – sich gegenseitig inspirieren können. Unser Bestreben ist es, eine Ergänzung für die SMART Automation zu bieten. In weiterer Folge ist es dann auch wichtig, gerade am Standort Wien, diese Messe am Leben zu erhalten und sie mit neuen Anreizen für das interessierte Fachpublikum zu versorgen.

Worum geht´s dabei konkret?

Malisa: Es geht um dieselben Themen, um die es auch auf der Smart Automation geht. Wir möchten eine Unterstützung bieten und aktuelle Aufgabenstellungen seitens der Forschung & Entwicklung präsentieren und diskutieren. Bei dieser 2-tägigen Konferenz legen wir den Fokus auf verschiedene Themenschwerpunkte. Am ersten Tag wird es um Roboter und allgemeine Automatisierungstechnik gehen, am zweiten Tag liegt der Schwerpunkt dann auf dem Thema Industrie 4.0 und der Ausbildung in diesem Bereich.

Wer sind die Vortragenden an diesen beiden Tagen?

Malisa: Es wird hier zum einen für ausstellende Firmen spezielle Pakete geben, die neben einer Produktpräsentation auch die Möglichkeit bieten, im Zuge der Konferenz einen Fachvortrag zu einem speziellen Thema zu halten, was dann auch im Tagungsband veröffentlicht wird. Zusätzlich können unabhängige Experten, Professoren oder Wissenschaftler, ihre Beiträge einreichen, die natürlich thematisch und inhaltlich geprüft werden, bevor ein solcher Vortrag ins Programm mit aufgenommen wird. Da es unsere erste Veranstaltung dieser Art ist, sind wir da offen für Anregungen und freuen uns, wenn namhafte Experten bereit sind, ihr Wissen mit uns zu teilen.

Wen wollen Sie mit dieser Konferenz ansprechen, wer ist die Zielgruppe?

Malisa: Ich denke, es ist sowohl für Aussteller als auch für Fachbesucher interessant, nicht nur Produkte zu sehen, sondern auch die Möglichkeit zu haben, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Bei uns kann man erleben, woran im Moment getüftelt und geforscht wird. Sei es im Bereich Industrieroboter, im Bereich Mensch-Roboter-Kollaboration oder in Richtung Simulationen, Mensch-Modelle-Simulationen oder mobile Roboter. Wir geben einen Einblick, an welchen Themen aktuell gearbeitet wird. Außerdem werden wir alle Formen der Ausbildung präsentieren, die im Moment angeboten werden – von neuen Studiengängen der TU Graz bis hin zu Fachhochschulen, die berufsbegleitend ausbilden. Die neueste Form der Ausbildung im Bereich Mechatronik bzw. Automatisierungstechnik sind sogenannte »duale Studiengänge«, das heißt Studierende haben ein paar Monate Unterricht und arbeiten die restliche Zeit in ihren Firmen, drücken dann wieder für eine gewisse Zeit die Schulbank usw. – das findet im Wechsel statt. Diese Art der Ausbildung stammt eigentlich aus Deutschland, seit Kurzem wird das auch in Österreich angeboten. Wesentlich ist bei all diesen Varianten des Studierens, die Kooperationen mit der Industrie zu pflegen. Die Industriebetriebe haben ja die Möglichkeit, eigene Mitarbeiter aus- und weiterzubilden bzw. Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen.

Es wird im Rahmen der Konferenz auf jeden Fall auch ausreichend Zeit für Diskussionen geben. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit, in der sich die Technik rasant entwickelt und verändert ist es wichtig, dass F&E, produzierende Betriebe und Ausbilder in Kontakt bleiben, damit die jeweiligen Bedürfnisse und Erwartungen erfüllt werden können. Dazu braucht es eine offene Diskussion.

Das heißt, es wird damit schon auch eine andere Zielgruppe angesprochen als die reinen Messebesucher?

Malisa: Was die Konferenz betrifft, ist das richtig. Hier muss man sich separat anmelden und kann dann entweder für einen Tag oder für beide Tage ein Ticket lösen. Allerdings bieten wir ja zusätzlich zur Konferenz auch vier bis fünf Aussteller-Plätze an und nicht zu vergessen unseren Experten-Stand »Experts for Visitors«. Dieser Bereich ist auch für Messebesucher zugängig, zusätzlich wird es nach den Vorträgen offene Diskussionsrunden geben, woran sich Fachbesucher gerne beteiligen können. Es wird Hinweisschilder und sogar Lotsen geben, die interessierten Messebesuchern den kurzen Weg zum Hotel Courtyard by Marriott Linz zeigen und auf die speziellen Angebote dort hinweisen werden. Selbstverständlich funktioniert der Shuttle auch umgekehrt. Wir haben geplant, zweimal am Tag, je nach Anzahl der Teilnehmer und der Themenschwerpunkte, in kleineren Gruppen die entsprechenden Messestände zu besuchen, die Theorie also gleich direkt mit der Praxis zu verbinden.

Was dürfen wir uns unter »Experts for Visitors« vorstellen? Wer sind die Experten, die sich hierfür zur Verfügung stellen?

Malisa: Bei der SMART Automation Linz 2017 wird erstmalig eine Beratungsstelle für Besuchende der Messe ins Leben gerufen, die wir »Experts for Visitors« nennen. Die Idee dahinter ist, dass nationale und internationale Experten für Fragen zu aktuellen Forschungs- und Entwicklungsthemen aus der Automatisierungstechnik, den Arbeitswissenschaften, der Produktionsplanung sowie der Robotik zur Verfügung stehen. Speziell Firmenbesuchende, Forschungspersonal und Studierende haben im Rahmen des Beratungszentrums die Möglichkeit, auf Deutsch oder Englisch ihre Ideen, laufende Projekte oder Forschungsvorhaben mit Experten zu diskutieren, Antworten auf Fragen zu finden oder neue Kooperationen zu knüpfen.

An der Konferenz teilnehmende Experten und Vortragende stehen also auch den Messebesuchern mit ihrer Expertise zur Verfügung. Man kann sich ab spätestens 15. April direkt auf der Smart Automation Website einen Überblick verschaffen, welche Experten zu welchen Fachthemen für Fragen zur Verfügung stehen werden und sich auch gleich direkt online einen Termin vereinbaren. Oder man kommt einfach vorbei und stellt seine Fragen direkt am Stand, der wird immer hochkarätig – allerdings immer von unterschiedlichen Experten – besetzt sein. Wer eine ganz spezielle Frage hat, dem würde ich empfehlen, sich vorab einen Termin beim jeweiligen Spezialisten zu vereinbaren.

Dafür wird es in Linz genügend Interessenten geben, da bin ich sicher. Ist denn geplant, dieses Konzept auch auf Wien auszurollen?

Malisa: Stimmt, das war auch ein Grund, warum wir dieses neue Format zuerst in Linz testen wollten. Es gibt da ja eine lange Warteliste für Aussteller, wie man weiß. Wir bieten hier für jene, die keinen Ausstellerplatz in der Messehalle bekommen haben, die Möglichkeit, alternativ einen der Ausstellerplätze im Rahmen der Konferenz zu buchen. Wenn die Veranstaltung ein Erfolg wird, wovon wir natürlich ausgehen, werden wir uns für nächstes Jahr bei der Smart Automation Wien etwas Ähnliches überlegen. Dort ist es vom Platzangebot her ja nicht so beschränkt, ich könnte mir gut vorstellen, dass man unter Umständen einen größeren Stand für das Format »Experts for Visitors« anbietet. Wir überlegen auch, im Zuge der Linzer Konferenz eine Erhebung zu machen und bei den Teilnehmern zu erfragen, was die Fachbesucher besonders interessiert, welche aktuellen Projekte anstehen, wo es dabei an Informationen, entsprechenden Produkten oder auch an Innovationen fehlt. Diese Auswertung wird selbstverständlich anonymisiert stattfinden, aber es wird uns helfen, Trends zu erkennen und rechtzeitig entsprechend darauf reagieren zu können.

 

Herr Malisa, vielen Dank für das Gespräch!

www.smart-linz.at

www.centauro.at/de/c-ar2017/