Jahresrückblick

2021 – ein „extremes Jahr“ für Phoenix Contact

Ulrich Leidecker von Phoenix Contact
© Phoenix Contact

Es war ein in vielen Belangen „extremes Jahr“, resümiert Ulrich Leidecker. Der COO von Phoenix Contact sprach diese Woche in einer Pressekonferenz über das zu Ende gehende Jahr 2021. Klar ist: Die Pandemie ging auch an dem Blomberger Unternehmen für Systeme und Lösungen in den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik und Automation nicht spurlos vorüber.

Besonders für die Lieferketten sei die Situation weiterhin eine fordernde, hinzu kommt die Rohstoffknappheit. Lockerungen wie entfallende Maskenpflicht im Betrieb mussten zuletzt wieder aufgehoben werden. Und: Die SPS 2021 – eine Messe für Smart Production Solutions in Nürnberg – musste abgesagt werden. „Wir haben viel Arbeit und Aufwand in die Konzeption unseres Messeauftritts gesteckt, dementsprechend groß ist die Enttäuschung, nichts davon vor Ort zeigen und Kunden und Interessierte davon begeistern zu können“, sagt Leidecker. „Die SPS ist nach wie vor eine der wichtigsten Messen mit Fokus auf Automatisierungslösungen und wir sind zuversichtlich, endlich in 2022 wieder vor Ort dabei sein zu können.“

Probleme in der Materialversorgung begannen mit einem der kältesten Winter in Texas. „Dort kam es zu Anlagenstillständen und erheblichen Produktionsausfällen für Schlüsselkomponenten der Kunststoffherstellung. Läger liefen entlang der darauffolgenden Produktionsketten allmählich leer und sorgten vor allem im ersten Halbjahr in weiten Teilen unserer Industrie für erhebliche Störungen und Mehraufwände auf der Beschaffungsseite“, erzählt Leidecker.

Andere Geschehnisse, die viele Branchen betrafen und betreffen, bekam auch Phoenix zu spüren: Schließungen von Häfen, der blockierte Suez-Kanal, das verheerende Hochwasser in Deutschland, das zu einem Zusammenbrechen der Versorgung vieler Kupfer- und Stahllegierungen führte. Leidecker ist sich sicher: „Die angespannte Situation am Halbleitermarkt, die vor allem die zweite Jahreshälfte dominierte, wird zum limitierenden Faktor der weiteren Entwicklung der gesamten deutschen und weltweiten Industrielandschaft und wird uns noch weit in das Jahr 2022 begleiten.“

Phoenix Contact wird 2021 aus heutiger Sicht trotzdem mit einer Umsatzsteigerung von etwa 25 Prozent und einem Gesamtumsatz von 2,95 Milliarden Euro abschließen. Ungewöhnlich einheitlich zeigt sich dabei das Wachstum in den Regionen Deutschland, Europa allgemein, den Amerikas und Asien. Auch gewachsen ist bei Phoenix die Mitarbeiterzahl auf fast 20.000.