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Weltnormentag ... ja, das gibt es!

Am 14. Oktober wird jährlich an die Segnungen der Standardisierung gedacht - zumindest bei jenen, die sich daran erinnern. Aber wozu?

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Wussten Sie, dass am 14. Oktober der Weltnormentag ist? Das ist weil 1946 an ebendiesem Tag die Vertreter von 25 Ländern beschlossen, eine gemeinsame Organisation zu gründen, die einheitliche Regeln zwecks Abbau von Handelshindernissen definieren sollte: Die ISO war geboren. Aus der "International Organisation for Standardization" ist ein globales Normungswesen entstanden, das heute vor allem in den Industrieländern einen zweifelhaften Ruf genießt. Normen werden als bürokratische Hemnisse und Behinderungen für die Kreativität gesehen. Anlässlich des Weltnormentags, der freilich die positiven Seiten der Standardisierung hervorheben will, tritt Quality-Austria-CEO Konrad Scheiber zur Ehrenrettung des Normungswesens an: "Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie positiv Normen und Standards die Wirtschaft und unser aller Leben beeinflussen."

Scheiber geht sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnet Normen als Voraussetzung für Industrie 4.0: "Derzeit kommt Normen wieder eine Schlüsselrolle beim Übergang in eine neue Ära zu. Die vierte Industrielle Revolution wäre in dieser rasanten Geschwindigkeit, wie wir sie derzeit erleben, ohne Normen einfach nicht möglich." Internationale Standards seien ein wirksames Mittel, um etwa die Interaktion von Mensch und Roboter sicher zu gestalten oder die digitale Überwachung von Produktionsstraßen überhaupt erst zu ermöglichen. Die wachsende Attraktivität, die Normierungen wie etwa OPC UA oder TSN für Hersteller im Bereich der Automatisierung hat, ist ein Indiz dafür dass Scheiber recht hat. Und dass die große Zersplitterung bei den Netzwerktechnologien als Problem gesehen und der Wunsch nach einheitlicherer Architektur regelmäßig geäußert wird, weist ebenfalls in dieselbe Richtung. 

Der 14. Oktober ist heute ausgerechnet ein Sonntag. Mit wenigen Ausnahmen gehen wir davon aus, dass die wenigsten Menschen in Mitteleuropa an diesem Tag über die Normierung von IoT-Anwendungen nachdenken. Aber dass die Kaffeekapseln mittlerweile eine einheitliche Größe haben, die sie für nahezu alle Kapselmaschinen tauglich machen: Darüber ließe sich beim Frühstück nachdenken - außer man trinkt Filterkaffee und freut sich daran, dass die Filter genau in alle dafür vorgesehenen Behälter aller Filtermaschinen passen. Beim Gurkenschneiden für den mittäglichen Salat erinnern wir uns daran, dass die Gurkenkrümmungsverordnung ein Wunsch des Handels war, um mehr gerade Gurken in die Schachtel zu bringen und so Transportkosten einsparen zu können. Und wer krumme Gurken will, geht am kommenden Samstag eben auf den nächsten Bauernmarkt. Schönen Weltnormungstag!