Implementierung

Warum UniversalAutomation die Lösung ist, die Industrie 4.0 braucht

Eine neue Organisation aus namhaften Unternehmen entkoppelt Hardware von Software und schafft eine frei zugängliche Grundlage für Automatisierung. Die Auswirkungen auf verschiedenste Industriezweige und Start-Ups könnte ohne Übertreibung gewaltig sein.

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Wenn verschiedene Player aus der Industrie, Hersteller, OEMs, Universitäten und Start-Ups zusammenarbeiten, kann etwas echt Spannendes dabei herauskommen. Jüngstes Beispiel: Die Kooperation von Unternehmen wie Advantech, Belden, Hirschmann, Jetter, Schneider Electric, Phoenix Contact, Intel und Yokogawa, aber auch der Johannes Kepler Universität Linz. Sie bringen zusammen UniversalAutomation hervor, eine neue unabhängige Organisation, die die Referenzimplementierung einer Runtime-Umgebung als geteilte Ressource zur Verfügung stellt und verwaltet.

Die Basis für die Runtime stellt die Norm IEC 61499 – das macht eine Interoperabilität möglich. Damit soll eine einfach zugängliche, technische Grundlage für die Etablierung einer herstellerunabhängigen und softwarezentrierten Automatisierung geschaffen werden. Ziel ist es, einen an IT-Logiken orientierten Automatisierungsansatz zu fördern, bei dem die Möglichkeit zur Zusammenarbeit und Portabilität zum Standard gehören.

Noch viel mehr möglich

Benötigt es Vorstöße wie den der Non-Profit-Organisation? Offensichtlich ja, denn volle Potenzialausschöpfung sieht man in den verschiedenen Industriezweigen, die bereits mit Industrie 4.0 arbeiten, selten. „Industrie 4.0 kann eigentlich noch viel mehr leisten“, meint auch John Conway, CEO von UniversalAutomation.

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So ist wohl den meisten klar, dass 4.0 die Zukunft ist und eigentlich auch schon die Gegenwart sein sollte. Die Vorteile puncto Effizienz, Flexibilität, Produktivität und Nachhaltigkeit für Endanwender sowie Maschinenbauer sind enorm. „Aber Insellösungen oder proprietäre Systeme erschweren in heterogenen Maschinenlandschaften häufig die Zusammenführung von Daten sowie eine noch engere Verzahnung von OT und IT“, weiß Conway. „Wirklich flexible, zukunftsfähige Anlagen mit kurzen Umrüstzeiten, innovativen Designs und hoher Ausfallsicherheit lassen sich auf dieser Basis kaum realisieren.“

Was dieses Problem noch vergrößert: Die Interoperabilität zwischen den Steuerungen unterschiedlicher Anbieter ist meistens nicht existent. Und auch an einer herstellerübergreifenden Portabilität von steuerungsgebundenen Softwareapplikationen mangelt es zumeist.

Insellösungen gleich keine Lösungen

Stichwort UniversalAutomation – ein Automatisierungsansatz, der Hardware und Software entkoppeln soll. „Durch die Nutzung einer gemeinsamen Runtime-Umgebung, die unsere Mitglieder in ihre mechatronischen Komponenten implementieren, ist es für das Engineering automatisierter Systeme fortan völlig unerheblich, welche Hardware von welchem Hersteller in einer Maschine genutzt wird“, so Conway. „Das verschafft uns ein bisher ungekanntes Maß an ingenieurstechnischer Freiheit.“

© UniversalAutomation.Org

Das bedeutet den Wegfall aufwendiger Entwicklung und Implementierung. Außerdem wird die Runtime beständig aktualisiert. Was die Lösung von anderen unterscheidet, ist, dass es spezifisch nicht um die Ausarbeitung eines neuen Standards ging – sondern um eine konkrete technische Lösung als Grundlage für einen neuartigen Automatisierungsansatz. „Die darauf aufsetzenden Applikationen bleiben individuell und werden nicht durch die Runtime diktiert“, erklärt Gregory Boucaud, Chief Marketing Officer bei UniversalAutomation.

Hardware und Software entkoppeln

Wer wird davon profitieren? Zum einen kann so das Engineering komplexer Anwendungssysteme erheblich vereinfacht werden. Auch die Fehleranfälligkeit würde sinken. Aber durch die Entkopplung von Hardware und Software sowie die objektbasierte Programmierung entstehen auch völlig neue Geschäftsmodelle. Start-Ups oder Softwareentwickler für spezifische Regelungslösungen können es nun viel leichter haben, ihre Produkte auf den Markt zu bringen. Ihre Softwareapplikationen lassen sich wie aus einem App-Store herunterladen und per Plug-and-Produce für die jeweilige Anlage nutzen.

Was bedeutet das in weiterer Folge für Enduser und Maschinenhersteller? Diese werden aus einem breiteren Angebot aus bereits getesteten und hochspezialisierten Softwarekomponenten auswählen und sich für die am besten geeignete entscheiden können. Das auf Technik spezialisierte Marktforschungsinsitut ARC Advisory schätzt, dass jährlich in der Industrie 30 Milliarden Dollar durch herstellerunabhängige Standards eingespart werden können. Wenn UniversalAutomation also keinen großen Impact hat, was dann.

https://youtu.be/pwzy5ubxg9w