Studie

Warum Automatisierung Jobs schafft

In den letzten zehn Jahren sind in Europa 1,5 Mio. Jobs durch Automatisierung und Robotisierung entstanden, so das IZA (Institut zur Zukunft der Arbeit). Wie kommen die Autoren zu diesem sehr konkreten Ergebnis?

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Das Insitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) ist eine Einrichtung der Deutschen Post Stiftung. Seit 20 Jahren macht das IZA Grundlagenforschung zum Arbeitsmarkt und zu den Veränderungen der Arbeitswelt. Eine Studie unter dem sprechenden Titel "Racing with or against the machine", die unter der Leitung des Volkswirts Terry Gregory erstellt wurde, stellt eine hochinteressante These auf: Demnach hat die Automatisierung im vergangenen Jahrzehnt 1,5 Mio. Jobs in ganz Europa dazugekommen.

Laut der Rechnung der Autoren haben Produktionsautomatisierung und Robotik zwar tatsächlich etwa 1,6 Mio. Arbeitsplätze wegrationalisiert. Doch durch die Verbilligung der so hergestellten Waren und den dadurch angekurbelten Konsum seien im Gegenzug über 3 Mio. neue Arbeitsplätze entstanden - bleibt in Summe ein Positiv-Saldo von rund 1,5 Mio. zusätzlichen Jobs, die großteils in der Dienstleistungsbranche entstanden sind. 

Im Gegensatz zu der populären Annahme, dass durch Automatisierung Massenarbeitslosigkeit entstehen würde, orten Terry Gregory und seine Co-Autoren also eine positive Arbeitsmarktentwicklung durch die Automatisierung. Diese Entwicklung soll sich demnach auch in Zukunft fortsetzen: In der Industrie wegfallende Jobs würden demnach auch bei zunehmender Digitalisierung durch in anderen Bereichen neu entstehende Berufe und Berufsbilder kompensiert werden.  Die Voraussetzung dafür sei aber, so Gregory im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass sowohl die Arbeitnehmer als auch die Arbeitgeber Umschulung und Weiterbildung stärker forcieren müssten: "Weg von Routine, hin zu analytischen, sozial interaktiven Tätigkeiten. Das ist die Transformation, die Volkswirtschaften schaffen müssen."

  • Die komplette Studie des IZA samt Modellrechnung findet sich hier.
  • Der kompletten Artikel in der Süddeutschen Zeitung samt Interview ist hier.