Smart Automation Wien

OT und IT zum Anfassen

Die Smart Automation Wien bekommt Verstärkung: Wie das neue Messeangebot C4I die Fachbesucher aus dem IT-Bereich ansprechen und mit den OT-Experten zusammenbringen will.

Fachmesse Reed Exhibition Weiterbildung

Die „Woche der Industrie“ ab 15. Mai in Wien: Fertigung und Automatisierung wird erstmals von einer eigenen Messe für Industrie-Digitalisierung ergänzt.

Wenn es im Katastrophenfall für Rettungskräfte zu gefährlich wird, kommen Rettungsroboter zum Einsatz. Diese suchen mittels Wärmebildkamera, Webcams, Strahlenmessgeräten oder Sensoren nach Überlebenden in einsturzgefährdeten Gebäuden, prüfen bei Explosionsgefahr die Umgebung des Gefahrenherds oder dringen nach Atomunfällen ins Innere des verwüsteten Reaktors vor. Die Neuigkeit, die dazu auf der Smart Automation in Wien zu sehen sein wird, ist die Steuerung der Roboter. Westermo wird zwei Rettungsroboter vorstellen, die mit einer an der FH Wels entwickelten Funksteuerung durch die Trümmer gelenkt werden können. Basis dafür ist eine stabile WLAN-Verbindung, für die ein robustes Funkmodem verwendet wird. Dieses Modem kommt im Alltag im Eisenbahnverkehr oder im Berbau zum Einsatz, wo es ebenfalls rau zugeht.  „Mit diesen Robotern können wir die Robustheit der Funkverbindung demonstrieren“, sagt Westermo-Geschäftsführer Andreas Hinterschweiger.

Insel auf der Smart

Die zweite Neuheit in diesem Zusammenhang ist, dass die Rettungsroboter-Vorführung streng genommen gar nicht auf der Smart Automation stattfindet – sondern Teil des neuen Messeangbots C4I ist. Das bisherige Wiener Messeduo aus Smart Automation, der Messe für industrielle Automatisierung, und Intertool, der Messe für industrielle Fertigung, wird 2018 erstmals zu einem Messetrio: C4I trägt den erklärenden Zusatz „Connectivity for Industry“ und löst das Querschnittsthema Digitalisierung aus den beiden anderen Messen heraus. Thematisch und örtlich ist C4I nahe der Smart angesiedelt. Die 40 Aussteller der Messepremiere sind in Halle A auf einer Insel innerhalb der Smart-Stände platziert. Unter den Ausstellern finden sich bekannte Namen aus der Automatisierung ebenso wie große IT-Player, die damit erstmals eine eigene Plattform für die Präsentation ihrer Industrie-Produkte finden – aber eben auch kleinere, innovative Firmen und Start-ups. „Wir bieten mit C4I gerade mittelständischen Unternehmen eine Plattform, auf der sie praxisnahe und umsetzbare Lösungen für ihre digitalen Herausforderungen finden“, betonte Reed-Geschäftsführer Benedikt Binder-Kriegelstein bei der Präsentation des Konzepts.

Straßenbahnprüfung

Eine Straßenbahn ist ein weiteress Beispiel für den plakativen Zugang, der mittels C4I zum Thema Digitalisierung in der Produktion geboten werden soll. Bei Bombardier kommt seit kurzem eine App namens Testify für die Qualitätsprüfung der produzierten Straßenbahnen zum Einsatz. Programmiert wurde die App, die die Überprüfung der rund 5.000 Testpunkte der fertigen Straßenbahn massiv beschleunigt, von einem gleichnamigen Linzer Start-up. Damit die Besucher sich das auch praktisch vorstellen können, steht eine Modell-Straßenbahn im Maßstab 1:87 in der Messehalle, an der die Tests anschaulich vorgeführt werden. Dabei geht es um die richtige Schweißnaht oder um den Druck des Türschließmechanismus – also Faktoren, die so ähnlich bei vielen Produkten überprüft werden müssen.

White Paper zum Thema

Stilles Wachstum

Dass daneben die Smart im Vergleich zu 2016 nochmal deutlich gewachsen ist, geht angesichts des Fokusses auf C4I fast unter. Über 160 Aussteller werden diesmal auf der Smart zu sehen sein, darunter erstmals wieder große Unternernehmen wie Festo, Sick, Lenze, Eaton oder Murrelektronik. Im Vergleich zu den 180 Ausstellern, die im alternierenden Jahr auf der Smart Linz zu sehen sind, und parallel zu den 250 Unternehmen der Intertool bietet Wien heuer eine große Show. Dass neben zu dem Messetrio auch neue Rahmenveranstaltungen wie etwa der Kongress „Skip Forward“, die regionale Sonderschau „Steierereck“ oder der Kongress IoT-Forum CEE stattfinden, wird der Besucherfrequenz auch nicht schaden. Der Nachdruck, mit dem Reed die „Woche der Industrie“ Mitte Mai vorantreibt, geht auf den Masterplan 2022 zurück. OT mit IT verschränken, diese ganz reale Herausforderung soll alle zwei Jahre Mitte Mai in Wien abgebildet werden – und zwar so, dass kein an Industrie 4.0 betroffener Fachbesucher mehr daran vorbeikann.