Geschäftsbericht

Nach Dämpfer durch Corona: Weidmüller will wieder durchstarten

Dass das vergangene Jahr kein leichtes war, hat wohl jeder mitbekommen. So ist die Weidmüller Gruppe mit dem leichten Minus im Vorjahresergebnis zufrieden, investiert weiter in Entwicklung und Forschung und blickt optimistisch auf das Jahr 2021, das für das Unternehmen schon einmal gut begonnen hat.

Automatisierung Weidmüller Geschäftsbericht

Von links nach rechts: Timo Berger (Vertriebsvorstand), Volker Bibelhausen (Vorstandssprecher und Technologievorstand) und André Sombecki (Finanzvorstand).

 

Die Weidmüller Gruppe ist mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2020 zufrieden. Auch, wenn es mit einem Umsatz von 792 Millionen Euro um 4,5 Prozent weniger einbrachte, als das Vorjahr. „Angesichts des Konjunktureinbruchs durch die Corona-Pandemie und den Lockdown sind wir trotz der schwierigen Rahmenbedingungen mit dem Ergebnis durchaus zufrieden“, sagt Technologievorstand und Vorstandssprecher Volker Bibelhausen. Von einer stabilen Konjunkturlage konnte 2020 keine Rede sein und die Pandemie führte zu einem globalen Abschwung. „Der Rückgang ist hier vor allem der wirtschaftlichen Lage im Maschinenbau sowie dem schwachen Öl- und Gasgeschäft geschuldet“, sagt Dr. Timo Berger, Vertriebsvorstand. „Die Corona-Krise ist auch hier durchgeschlagen.”

Automatisierung und Erneuerbare halfen durch Krise 

© Patrice Kunte (MA)Hannover 30449 Hanomaghof 2

Das Geschäft von Weidmüller wurde vor allem durch die schnelle Erholung des chinesischen Marktes gestützt, Europa und Amerika zogen hingegen erst in der zweiten Jahreshälfte wieder an. Vor allem die Nachfrage nach  Elektronik- und Automatisierungsprodukten sowie Industrial-Ethernet-Komponenten hätten diese Entwicklung getragen, während die Bereiche Geräteanschlusstechnik und Schaltschrank-Komponenten unter dem Vorjahr liegen. Insbesondere im Bereich von Automatisierungsprodukten verzeichnete Weidmüller ein Wachstum im zweistelligen Bereich. „Unsere Kunden bestätigen uns hier, dass wir mit unserem Automatisierungsportfolio und unseren IIoT-Komponenten die richtigen Lösungen für den Markt bieten“, freut sich Bibelhausen. Auch im Bereich der erneuerbaren Energien konnte Weidmüller zulegen, so wurde beispielsweise im letzten Jahr ein zweistelliger Zuwachs in der Windenergie verzeichnet.

Investitionen in Forschung und Entwicklung 

Mit 51 Millionen Euro investierte Weidmüller 2020 mehr als 6,5 Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Gleichzeitig stößt das Unternehmen die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte an und investiert damit in die Zukunft des Detmolder Familienunternehmens. Unweit von Eisenach entsteht ein neues Logistikzentrum. Die Bauarbeiten laufen seit Herbst 2020, die Fertigstellung ist im Jahr 2022 geplant. „Mit dieser Investition im zweistelligen Millionenbereich stellt das Familienunternehmen die Weichen für weiteres Wachstum und mehr Kundenservice im Bereich Versand“, ist Finanzvorstand André Sombecki überzeugt. 


Kontinuierlich erweitert der Elektronikspezialist auch sein Portfolio im Bereich Industrial Internet of Things, mit Lösungen zur Erfassung, Weiterleitung, Verarbeitung und Visualisierung von Daten und deren Analyse. Der Ausbau von Digitalisierungsprozessen ist während der Corona-Krise in der Industrie deutlich gestiegen. „Wir sehen das auch an den zahlreichen Anfragen für unsere Industrial-IoT-Komponenten und unser Machine-Learning-Tool AutoML. Mit diesen Lösungen unterstützen wir unsere Kunden, ihre eigenen Prozesse und Systeme Cloud-fähig zu machen und zu optimieren“, sagt Bibelhausen. Das gilt auch für die Angebote für den Schaltschrankbau, für den Weidmüller durchgängig aufeinander abgestimmte Lösungen bietet.

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Investitionen in neue Technologien

Um bei den Themen Nachhaltigkeit und Klimaneutralität ebenfalls up-to-date zu bleiben, beschäftigt sich Weidmüller sowohl mit E-Mobilität als auch mit neuen Effizienztechnologien, die zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes benötigt werden. Vor allem dem Thema grüner Wasserstoff wird dabei großes Potenzial eingeräumt: Weidmüller ist eines der Gründungsmitglieder des Fördervereins „AquaVentus“, der die Technologie für die Gewinnung von klimaneutralem Wasserstoff aus Offshorewindenergie voranzubringen will. „Klimafreundliche Lösungen, ob bei der Energieerzeugung, in der Produktion oder der Mobilität sind für uns Verantwortung und Selbstverständlichkeit zugleich. Als familiengeführtes mittelständisches Unternehmen leisten wir einen Beitrag, das von der EU und Deutschland gesteckte Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen“, so Berger.

Optimistischer Blick auf 2021

Der Start des Jahres lässt Weidmüller optimistisch sein: „Zu Beginn des Jahres hatten wir einen sehr erfreulichen Auftragseingang“, berichtet Sombecki. „Wir gehen davon aus, dass sich – vorausgesetzt, es gibt keine Einschränkung des Warenverkehrs – die Wirtschaft weiter erholen und 2021 Fahrt aufnehmen wird.“ Weidmüller ist auf einem der dynamischsten Märkten der Welt unterwegs: Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung. „Dabei können wir uns auf eine großartige Mannschaft verlassen und sind mit hervorragenden, innovativen Produkten und Lösungen bereit für die Zukunft“, ist der Vorstand überzeugt.