Neubau von ABB in Österreich

"Man hat uns gelassen"

ABB zieht von Wien nach Niederösterreich: Wem Vorstand Franz Chalupecky für aktive Unterstützung dankt - und wem dafür, dass er nicht im Weg gestanden ist.

ABB-Eröffnung in Wiener Neudorf (v.l.n.r.): Thomas Salzer (IV-Präsident NÖ), Landesrätin Dr. Petra Bohuslav, Vorstandsvorsitzender Ing. Franz Chalupecky (ABB AG Österreich), Herbert Janschka (Bürgermeister Wiener Neudorf), Mag. Helmut Miernicki (ecoplus), Hans Stefan Hintner (Bürgermeister Mödling). 


 

Wenn man als Länderchef in einem Konzern wie ABB vorschlägt, eine neue Zentrale auf firmeneigenem Grundstück zu bauen, dann "erntet man schon einmal fragende Blicke", sagt Franz Chalupecky, Vorstandsvorsitzender der ABB AG in Österreich. Doch er bekam grünes Licht: Am 13. März wurde nach rund einem Jahr Bauzeit die neue Firmenzentrale in Wiener Neudorf eröffnet. Mit einer Investition von rund 20 Mio. Euro wurde die hier bereits bestehende Assembling-Halle für Roboter um ein Bürogebäude ergänzt, in dem alle Geschäftsbereiche sowie die Zentralfunktionen vereint sind. Damit sind jetzt alle 340 ABB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Österreichs unter einem Dach zusammengeführt.

Gebäudetechnik und Showroom

In dem von ATP architekten ingenieure geplanten Gebäude wurden naturgemäß die aktuellsten ABB-Technologien verbaut: ABB i-bus KNX dient der intelligenten Haussteuerung verbaut, vor dem Haus wartet die Schnellladestation Terra 53 CJG kostenfrei auf Elektro-Autos von Kunden und Mitarbeitern, und ein eigener Showroom im Eingangsbereich zeigt die ABB-Lösungen für "Smart Home" und "Smart Building" des Geschäftsbereichs für Elektrifizierungsprodukte. 

Weiterer Ausbau möglich

Auf den knapp 50.000 m² großen Areal, das seit Jahrzehnten im Eigentum von ABB ist, sind jetzt rund 10.000 m² verbaut. "Wir haben Platz genug für weiteren Ausbau", kündigte Chalupetzky bei der Eröffnungsfeier an. Das könnte auch nötig sein, denn "wir sind mittendrin in Digitalisierung und Automatisierung". Noch sind bei ABB Österreich die Elektrifizierungsprodukte der größte Bereich, aber die Divisionen für industrielle Automation und für Robotik und Antriebe wachsen aufgrund der Nachfragesituation am Markt stark.

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Österreich als Vorbild für Factory Automation

Innerhalb des ABB-Konzerns gilt die österreichische Ländergesellschaft als Vorbild, betonte Hans-Georg Krabbe, Vorstandsvorsitzender von ABB Deutschland und Aufsichtsratsvorsitzender von ABB Österreich. Das betrifft vor allem den Bereich Factory Automation, nicht zuletzt wegen der Akquisition von B&R, die den Fokus des Konzerns nochmal schärfer auf Österreich gerichtet hat. "Ich möchte dem Konzernvorstand dafür danken, dass man uns gelassen hat", ergänzte Chalupetzky bei der Eröffnungsfeier. Und im Beisein von NÖ-Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav berichtete der Vorstandsvorsitzende von einem Industrieempfang bei Bundeskanzler Sebastian Kurz, in dem dieser den anwesenden Industrievertretern sinngemäß mitgegeben habe "Ich kann Euch nicht aktiv helfen, aber ich stehe Euch nicht im Weg!" In Niederösterreich habe er das anders kennengelernt: Nämlich als sehr aktive Hilfe bei der Entscheidung für den Standort Wiener Neudorf und bei der Realisierung der Neubaupläne. Insbesondere die Wirtschaftsagentur des Landes NÖ, ecoplus, gelte der Dank von ABB Österreich.