Vision 2018

Größer, schneller, sichtbarer

Rekordniveau bei der industriellen Bildverarbeitung: Wo die Wachstumsimpulse herkommen.

Florian Niethammer (Messe Stuttgart), Barbara Weizsäcker (EMECA) und Klaus-Henning Noffz (VDMA): Die Bildverarbeitungsbranche ist aktuell geprägt von Wachstum, Internationalisierung und Dynamik (v.l.n.r.).

In Stuttgart geht heute die Vision zu Ende. Die Weltleitmesse für industrielle Bildverarbeitung, die alle zwei Jahre stattfindet und heuer von 6.-8. November angesetzt war, liefert heuer einen Rekordwert nach dem anderen.

Ein paar Zahlen: 472 Aussteller, so viele wie noch nie (vor zwei Jahren waren es noch 440) - erstmals über 12.000 m2 Ausstellungsfläche - 17 Prozent Marktwachstum für die deutsche Bildverarbeitungsindustrie im Vorjahr - all das lässt stark vermuten, dass die Stuttgarter Messe heute nach Messeschluss auch einen neuen Besucherrekord vermelden wird.

Schlüsselkomponente im Automatisierungswettlauf

Diese Entwicklung ist nichts neues. Der Aufschwung der Machine Vision dauert schon seit 10 Jahren an, rechnet die Fachabteilung für industrielle Bildverarbeitung im VDMA vor: In dieser Zeit hat sich der Umsatz der Bildverarbeitungsindustrie verdoppelt. Die Gründe dafür kennt Fachabteilungs-Vorstand Klaus-Henning Noffz: "Die Bildverarbeitung ist in der Produktion fest etabliert und erobert sich ständig neue Anwendungsfelder, auch außerhalb des Fabrikumfeldes. Embedded Vision in Kombination mit Deep Learning setzt weitere Wachstumsimpulse."

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Bildverarbeitung ist die Schlüsselkomponenten für die Automatisierung weltweit geworden. Sehende Maschinen führen zu höherer Produktivität im Kontext von Industrie 4.0. Darüber hinaus erobert sich die Bildverarbeitung stetig neue Absatzmärkte und Anwendungsfelder: 2017 betrug der Anteil des Umsatzes in nicht-industriellen Branchen bereits 26 Prozent, so der VDMA. Dabei sind Sicherheit & Überwachung, Verkehrssysteme, medizinische Diagnostik und Operationstechnik die am stärksten wachsenden nicht-industriellen Bereiche.

Business Beyond Borders

Neue Absatzmärkte und neue Geschäftsfelder erfordern aber auch neue Wege der Marktbearbeitung. Für eine erleichterte grenzüberschreitende Vernetzung von Unternehmen innerhalb der zunehmend internationalisierten Branche setzt sich die Matchmaking-Initiative „Business Beyond Borders“ (BBB) ein, die in diesem Jahr erstmals mit der VISION kooperiert. Die von der Europäischen Kommission geförderte Maßnahme unterstützt vor allem KMU und Cluster bei der Suche nach internationalen Geschäftspartnern und bei der Erschließung neuer Märkte. „Die VISION ist eine von zehn Messen in strategisch relevanten Zukunftsbranchen in Europa und weltweit, während derer das BBB Programm teilnehmende Unternehmen bei der Internationalisierung unterstützt. Aufgrund des hohen Internationalitätsgrades der Messen in Europa sind sie ein effizientes Sprungbrett, speziell für KMU“, erklärt Barbara Weizsäcker, Generalsekretärin von EMECA und der European Exhibition Industry Alliance. Dank der Matchmaking-Meetings bei den vorangegangenen BBB-Events verhandeln momentan 687 Unternehmen einen Partnerschaftsvertrag oder haben bereits einen abgeschlossen.

Visionär handeln

Für den Projektleiter der Vision, Florian Niethammer, spiegelt all das die positive Branchenentwicklung deutlich wieder. Neben dem Trend zu mehr Internationalisierung zeigt auch der hohe Neuausstelleranteil von 25 Prozent die aktuelle Dynamik in der Branche. „Daher passte auch unser heuriges Motto BE VISIONARY besonders gut. Das ist ein Apell, mit dem wir Aussteller, aber auch
Besucher dazu anregen wollten, in Zukunft weiterhin mutig, visionär und revolutionär zu denken und zu handeln."