B&R

Es wird keine fünf Jahre mehr dauern

B&R gewinnt bei schwächelnder Konjunktur Marktanteile durch Ausweitung des Produktportfolios und Neukunden in neuen Segmenten. Investiert wird jetzt - denn der Markt wird sich radikal ändern: Ein Überblick vor der Leitmesse SPS.

Der Markt für Investitionsgüter ist rückläufig, das spürt auch ein in allen Segmenten aktiver Anbieter wie B&R. Dennoch ist Hans Wimmer optimistisch: "Wir gewinnen derzeit viele Neukunden und können gleichzeitig unsere Marktanteile bei Bestandskunden steigern", so der Geschäftsführer. Das liegt vor allem an der Ausweitung des Produktportfolios und der konsequenten Investition in neue Technologien, die sowohl neue Branchen erschließt als auch zufriedene Partner mit zusätzlichen Angeboten versorgt. Das ist nötig, denn manche Branchen verzeichnen Auftragsrückgänge von bis zu 18 Prozent, ein Rückgang wie ihn die Industrie seit vielen Jahren nicht gesehen hat. 

Der Markt hat sich für OPC UA over TSN entschieden

Wimmer nennt einige Beispiele. OPC UA over TSN, die von B&R uin den letzten Jahren maßgeblich forcierte industrielle Kommunikation, hat sich für ihn eindeutig durchgesetzt: "Der Markt hat sich dafür entschieden", also richtet B&R seine Neuheiten konsequent darauf aus. Auf der SPS 2019 werden erste marktfähige Produkte vorgestellt werden, so etwa eine neue X20-Steuerungsgeneration oder ein Maschinenswitch, der Zykluszeiten von weniger als 50 µs möglich macht. 

Ein zweiter Trend: "Es wird eine Integration von Automation und Robotik geben", so Wimmer. B&R bietet dafür gemeinsam mit dem Eigentümer ABB ab sofort "Machine Centered Robotic", also die Synchronisierung von B&R-Steuerungen und dem Roboterprogramm von ABB. Damit sinkt die Einstiegshürde für Robotik in Produktionsanlagen. Auch mit der Entwicklung von Integrated Machine Vision, vor zwei Jahren erstmals als Konzept vorgestellt, ist Wimmer zufrieden: Über 100 Kunden setzen das schon als Prototyp ein, ab der SPS wird die Bildverarbeitung mitten im Herz der Automation Suite serienmäßig angeboten und neue Möglichkeiten zur Erweiterung der Automatisierung geben.

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Dritter wichtiger Punkt für Wimmer ist die individualisierte Produktion. "Es wird keine fünf Jahre mehr dauern, bis Losgröße 1 vom Online-Shop bis zur Produktionsstraße durchgängig möglich sein wird." Hier setzt B&R vor allem auf das Track-System ACOPOStrak. "Wir haben derzeit schon 2.500 Systeme am Markt", zählt Wimmer, wobei ihn vor allem die Vielfalt der schon existierenden Anwendungsbeispiele beeindruckt.

Wir übernehmen die Verantwortung für den Maschinenbauer

Betrachtet man den österreichischen Markt, haben vor allem zwei Segmente gelitten: Das sind zum einen die Hersteller von Kunststoffmaschinen, zum anderen die Automobil-Zulieferer. Für Alexander Mayrböck, Verkaufsleiter für Österreich, gibt es aber zusätzlich zu den schon aufgezählten Chancen einen weiteren wachsenden Bereich, in dem B&R mit seinem Angebot punkten kann: Das breite Feld der mobilen Automation. "Baumaschinen oder landwirtschaftliche Maschinen", zählt Mayrböck auf. In diesen Bereich beginnt B&R gerade, intensiver Fuß zu fassen. Das soll durch den Ausbau des End-User-Sales gelingen, mit dem die Anbieter etwa auf das neue Angebot des Unternehmens im Bereich der dezentralen Antriebe aufmerksam gemacht werden.

Ein weiterer Bereich, der speziell für das zentrale B&R-Kundensegment der heimischen Maschinenbauer interessant sein wird, ist die Integration von Robotik und Automatisierung. Hier war bisher die Frage, wer denn die Verantwortung für die Robotersteuerung übernehmen könne: "Mit dem neuen Angebot der Machine Centered Robotik übernehmen wir die Verantwortung für unsere Kunden", betont Mayrböck. B&R gibt dem Kunden damit ein Instrument in die Hand, mit dem er Entwicklung, Diagnose und Wartung von Robotern aus der Automatisierung heraus betreiben kann - unter den gleichen Bedingungen, unter denen er auch die Automatisierung steuert. Das wird auch mittelfristig ein USP von B&R bleiben, so Mayrböck.

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