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Mit Schrot geschossen

Warum die Datenschutzgrundverordnung eine gute Idee ist – und trotzdem nicht wirklich ins Ziel trifft.

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Namen, Adressen und Telefonnnummern unterliegen nicht dem Datenschutz. So hieß es früher, als es noch Telefonbücher gab. Jeder Staubsaugervertreter konnte sich aus den dicken gelben Schmökern heraussuchen und in Verkaufsabsicht anrufen, wen immer er wollte. Ja sogar das Zusenden eines Briefs an unbekannte Privatpersonen war gefahrlos möglich. Doch im letzten Vierteljahrhundert ist viel passiert. Nicht nur die technischen Möglichkeiten der Datenverarbeitung und die angebotenen digitalen Medien haben sich verändert. Auch das Bewusstsein ist entstanden, dass Daten eine ebenso wertvolle Währung sind wie Papiergeld und ebenso geschützt werden sollten.

Den Geist in die Flasche zurückbekommen

Leider sind Unternehmen wie Google und Facebook – oder genauer: nicht Unternehmen wie die beiden, sondern ganz genau diese beiden – da viel früher draufgekommen als alle anderen. Sammeln, Auswerten und Vermarkten von freiwillig gegebenen, unbedacht zur Verfügung gestellten und durch beeindruckende Algorithmen verknüpfte Informationen über die User ist seit den Nullerjahren der Treibstoff für ihr erfolgreiches Geschäftsmodell. Die Datenschutzgrundverordnung, die seit 25. Mai 2016 in Kraft ist und jetzt, nach der EU-üblichen Übergangsfrist von zwei Jahren, in den nächsten Tagen flächendeckend umgesetzt werden muss, ist nichts weniger als der Versuch, den Geist wieder in die Flasche zurückzubekommen. Oder zumindest ein weiteres unkontrolliertes Ausbreiten zu verhindern.

Eine Sisyphusarbeit

Soweit die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass die DSGVO auf Google und Facebook zielt – und alle trifft, die von Berufs wegen mit Daten zu tun haben. Dass Maschinenbauer, Sensorhersteller oder Zivilingenieure in ihrem B2B-Kundenkontakt ab jetzt Regularien umsetzen müssen, die eigentlich Privatpersonen vor der kommerziellen und politischen Ausbeutung ihres persönlichen Beziehungsnetzwerks schützen sollen, ist ein klein wenig absurd. Da wurde mit Schrot auf konkrete Ziele geschossen. Ich selbst zum Beispiel bekomme dieser Tage täglich zahllose Nachrichten in die AUTlook-Mailbox, in denen ich um Zustimmung für weiteren Geschäftskontakt gebeten werde. Adressaten sind sehr häufig mein Vorgänger als Chefredakteur, aber auch ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die vor zig-Jahren hier tätig waren und dabei in irgendwelchen Datenbanken Spuren hinterlassen haben. Das alles Aufzuräumen und zu korrigieren wäre eine Sisyphusarbeit. Es ist technisch kaum möglich, alle Fingerabdrücke zu tilgen, die irgendwer irgendwo in beruflichen Zusammenhängen hinterlassen hat – und außerdem sinnlos.

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