ABB

Auf Eggelsberg folgt Shanghai

Die fortschrittlichste Roboterfabrik der Welt will ABB in Shanghai bauen. Kostenpunkt: 150 Mio. Dollar. Das ist die zweite große Infrastrukturinvestition des Konzerns im Jahr 2018 - und ebenfalls richtungsweisend.

Erst vor wenigen Monaten kündigte ABB an, in der oberösterreichischen Marktgemeinde Eggelsberg (2.300 Einwohner) 100 Mio. Euro in einen Innovationscampus zu investieren. Jetzt setzt der Konzern noch einen drauf und investiert in Shanghai (23 Mio. Einwohner) 134 Mio. Euro (150 Mio. Dollar) in die fortschrittlichste Roboterfabrik der Welt. In der chinesischen Metropole soll die "Fabrik der Zukunft" entstehen: Mit vernetzten digitalen Technologien, hochmodernen kollaborativen Robotern, Forschungseinrichtungen für Künstliche Intelligenz - und selbstverständlich automatisierter und flexibler als je zuvor. Damit zielt ABB besonders auf China, den zweitgrößten Markt des Konzerns.

Roboter stellen Roboter her

Ab Ende 2020 sollen in Kangqiao, einer Vorstadt von Shanghai, Roboter Roboter herstellen. Die neue Produktionsstätte befindet sich in der Nähe eines bereits bestehenden ABB Robotikcampus. Ein am neuen Betriebsgelände integriertes Forschungs- und Entwicklungslabor soll die Innovationszyklen im Bereich der Künstlichen Intelligenz beschleunigen. Die Fabrik wird über selbstlernende Maschinen sowie digitale und kollaborative Lösungen verfügen. Im Rahmen der neuen, von ABB vor kurzem vorgestellten Portfoliostrategie, wird der neue Standort dazu beitragen, die Roboterproduktion sowohl in der Breite (Roboter-Typen) als auch in der Tiefe (Varianten zu jedem Roboter-Typ) dramatisch zu erweitern. Damit werden umfassendere und schnellere Anpassungen an die Bedürfnisse der Kunden möglich. Die neue Fabrik wird eine flexible Raumaufteilung ermöglichen, die auf miteinander verbundenen Automationsinseln anstelle fixer Fertigungslinien basiert. In der gesamten Fabrik werden automatisierte Logistiklösungen von ABB eingesetzt werden, darunter auch automatisch gesteuerte Fahrzeuge, die Robotern selbstständig auf ihrem Weg durch die Produktion folgen und sie mit Teilen von lokalen Stationen versorgen können. So kann die Produktion rationell und ohne zusätzliche Kapazitätserweiterungen an Veränderungen im wichtigen und weiter rasch wachsenden chinesischen Roboter-Markt angepasst und skaliert werden.

China: größter Robotikmarkt der Welt

Schon jetzt ist ABB die Nummer 1 unter den Roboterherstellern in China. Hier befindet sich der größte Robotikmarkt der Welt: Mit insgesamt fast 138 000 Einheiten wurde 2017 jeder dritte Roboter weltweit nach China verkauft. Heute beschäftigt ABB rund 5 000 Mitarbeitende in Shanghai und mehr als 2 000 Ingenieure, Technologie-Experten und Projekt-Verantwortliche an 20 Robotik-Standorten im ganzen Land. Seit 1992 hat ABB insgesamt mehr als 2,4 Milliarden Dollar in China investiert und beschäftigt lokal 18,000 Mitarbeitende. Zudem haben ABB und die Stadtverwaltung von Shanghai parallel zur Bekanntgabe der Investition eine umfassende strategische Kooperationsvereinbarung unterschrieben, mit der Industrie, Energiewirtschaft, Transport und regionale Infrastruktur sowie die „Made in Shanghai“-Produktionsinitiative untersützt werden sollen.

White Paper zum Thema

Digitaler Zwilling der "Fabrik der Zukunft"

Von der neuen Fabrik in Shanghai wird ein digitaler Zwilling geschaffen, der dem Management, Entwicklern, Bedienungs- und Wartungs-Experten mit intuitiven Benutzeroberflächen die bestmöglichen Entscheidungsgrundlagen liefern soll. Unter anderem werden mit den ABB Ability Connected Services Informationen über den Zustand und die Leistung von ABB Robotern in der Fabrik gesammelt und analysiert, um potentielle Störungen frühzeitig erkennen und kostenintensive Betriebsausfälle vermeiden zu können. Darüber hinaus bietet ABB Ability weitere digitale Lösungen, mit denen sich Leistung, Zuverlässigkeit oder Energieverbrauch deutlich verbessern lassen.