Jubiläum

60 Jahre Kübler: Auf dem Weg in Richtung Digitalisierung

Der Spezialist für Drehgeber und Schleifringe kommt im Jubiläumsjahr recht gut durch die Corona-Krise. Das Wachstum der Zukunft soll in nachhaltigen Branchen liegen - und in der Digitalisierung.

Die Geschäftsführung der Kübler Group feiert 60-jähriges Firmenjubiläum (v.l.): 
Lothar W. Kübler, Gebhard F. Kübler, Martin Huth.

2020 war für die Kübler Group ein Jubiliäumsjahr: Seit 60 Jahren gibt es den Hersteller von Drehgebern und Sensoren zur Messung von Position, Bewegung und Neigung sowie von Schleifringen zur und Zähl- und Prozesstechnik. Die Jubiläumspressekonferenz im September konnte heuer nur online stattfinden, doch dabei konnte das Unternehmen durchaus positive Zahlen vermelden: Bis Ende des ersten Quartals lagen laut Geschäftsführungsteam Lothar und Gebhard Kübler sowie Martin Huth die Zahlen auf Plan, doch dann kam Corona. Bereits im April war ein deutlicher Rückgang im Auftragseingang zu spüren, wenngleich die Produktion dank des hohen Auftragseingangs in Q1 noch lange ausgelastet war. Dieser „Auftragspuffer“ hielt bis Mitte Juni an. Seitdem hat das Unternehmen Kurzarbeit eingeführt und weitere Einsparungen durchgeführt. 

Seit Ende August verzeichnet man wieder einen etwas ansteigenden Auftragseingang. Im Moment könne man nur auf Sicht planen und gehe aktuell davon aus, dass man dank des guten ersten Quartals am Jahresende einen Umsatzrückgang im Vergleich zu 2019 zwischen 5-8 Prozent erwarte. In China ziehe das Geschäft seit einiger Zeit schon wieder klar an. Der Exportanteil beträgt laut Kübler nach wie vor etwa 72 Prozent. Für 2021 plane man wieder mit Wachstum. Ob das Niveau von 2019 aber erreicht würde, sei im Moment noch offen, so Gebhard Kübler. Eine Vielzahl von OEM Projekten, gute Chancen mit den Neuheiten und ein motiviertes Vertriebsteam stimmen leicht zuversichtlich, unklar sei die Auswirkung einer zweiten Welle. 

Rückblick und Ausblick

In den letzten 10 Jahren hat sich die Kübler Gruppe deutlich vergrößert: Von 280 zu 490 Mitarbeiter, 5 weitere Töchterunternehmen sowie das Engineering Solution Center in Berlin wurden gegründet, der Umsatz hat sich mehr als verdoppelt. Ein Produktionswerk in Indien sowie ein Assembly Werk in den USA sind hinzugekommen, mehrere neue Geschäftsfelder wurden im Rahmen des „Innovation Marathon“ erschlossen und auch das globale Vertriebs- und Supportnetz wurde ausgebaut. Der Blick 10 Jahre in die Zukunft entspricht den Anforderungen der Zeit: Der Fokus wird in den nächsten Jahren auf der Digitalisierung liegen - sowohl im eigenen Unternehmen als auch gemeinsam mit Kunden. Weiterhin wird Kübler als Technologiepartner fungieren und mit den Kunden gemeinsam maßgeschneiderte Lösungen erarbeiten. In den kommenden Jahren soll der Umsatzanteil in nachhaltigen Branchen und Segmenten deutlich steigen. Erneuerbare Energien, Abfallvermeidung, Energieeinsparung, nachhaltige Landwirtschaft, energiesparende Antriebe, mobile Assistenten und viele weitere. Und vor allem möchte Kübler laut den Geschäftsführern ein unabhängiges, finanziell solides Familienunternehmen bleiben.

White Paper zum Thema

Insgesamt will Kübler seine Innovationsstrategie und Entwicklungsprojekte nahezu unverändert fortführen, allerdings setze man zeitlich andere Prioritäten. Die Innovationen 2020 sind IO-Link Produkte wie Drehgeber, Seilzuggeber und Anzeigen, eine neue Generation Industrial Ethernet Drehgeber als Industrie 4.0 ready, Weiterentwicklung der Schachtkopiersysteme „Ants“ für Aufzuüge sowie smarte lagerlose Drehgeber für Antriebe und Generatoren.